Aktivitäten der Europa-Union Deutschland, Kreisverband Harburg-Lüneburg, im Jahr 2007

Die Europa-Union Deutschland Kreisverband Harburg-Lüneburg hat im Europäischen Jahr der Chancengleichheit 2007 mehrere Aktionen und öffentliche Veranstaltungen durchgeführt.

01. – 28.2.2007

Wanderausstellung „Germaine Tillion - Europäerin par excellence“

Europäische Frauen Aktion e. V.

Veranstalterin und Kooperationspartnerin: Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg, stellvertretende Vorsitzende der Europa-Union Deutschland, Kreisverband Harburg-Lüneburg, Frau Irene Dilger.

05.02.2007

Eröffnungsveranstaltung

in Anwesenheit der Projektleiterin und Referentin Frau Gudrun Koch, (Vorsitzende und Projektleiterin der Europäischen Frauen Aktion e. V.), mit Grußworten von Herrn Landrat Joachim Bordt und Herrn Wolfgang-Peter Paul, dem Vorsitzenden der Europa-Union Deutschland, Kreisverband Harburg-Lüneburg. Ort: Lobby des Kreishauses B

Die Ausstellung sollte das Lebensschicksal einer mutigen, nicht opportunen Frau zeigen, die als Ethnologin bei den Berbern in Algerien einige Jahre lebte und über die Bevölkerung, die Lebensumstände, die Welt der Frauen und Zukunftsmöglichkeiten für Mädchen schrieb, mit beeindruckenden 100 Fotodokumenten von 1934 - 1940.

Gezeigt wurde in dieser Ausstellung, dass Germaine Tillion immer den Weg des Friedens gegangen ist, sowohl mit den Algeriern als auch nach ihrer Zeit im Konzentrationslager in Ravensbrück.


Der Landrat des Landkreises Harburg, Herr Joachim Bordt, überbrachte seine Grußworte.

Er würdigte Germaine Tillion insbesondere deshalb als eine große Europäerin, weil sie die Tradition des Humanismus und der Aufklärung in Europa um wichtige Kapitel erweitert hat. Zur Zeit ihres Versöhnungswerks stand der Eurozentrismus, standen Imperialismus, Kolonialismus und Rassismus in voller Blüte. Die Überlegenheit der eigenen Kultur war selbstverständliches Gedankengut.

Germaine Tillion ist deshalb für uns Vorbild, weil sie sich selbstlos für Demokratie, die Achtung der Menschenrechte und den Frieden engagiert hat. Ihr Vermächtnis wird in dieser Ausstellung an die nächste Generation weitergegeben.

Der Vorsitzende der Europa-Union, Kreisverband Harburg-Lüneburg, Herr Wolfgang-Peter Paul, überbrachte ebenfalls ein Grußwort.

Themen der Ausstellung:

  1. Germaine Tillion mit 27 Jahren – eine Ethnologin bei den Berbern
  2. Les Aurès – ein unzugängiges Gebirge
  3. Seine Bevölkerung – die Chaouias
  4. Nahrung, Riten, Wasser
  5. Die Welt der Frauen
  6. Welche Zukunft für die Mädchen?

Schon mit 27 Jahren forschte die Ethnologin und Archäologin bei den Berbern des Aurisgebirges im südlichen Algerien, wovon ihre 1500 Fotodokumente von 1934 – 40 zeugen. Die Themen der Ausstellung, u. a. auch „Die Bevölkerung des Aurisgebirges, die Chaouias, Nahrung, Riten, Wasser, die Welt der Frauen, Zukunft für die Mädchen“ spiegeln sich in diesem reichhaltigen Material wieder.

 

Im nationalsozialistisch besetzten Deutschland organisierte Germaine Tillion mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter den Widerstand. Verraten und monatelang eingesperrt, wurden sie 1942 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Auch dort baute sich eine Widerstandsgruppe auf. Germaine Tillions Mutter wurde im KZ ermordet. In jahrelanger Arbeit verfasste sie ein Grundlagenwerk über das KZ Ravensbrück und über das Konzentrationslagersystem des Dritten Reichs.

1954 wurde Germaine Tillion im Auftrag der französischen Regierung nach Algerien geschickt, wo sie zahlreiche „Centres Sociaux“ gründete, die das Elend der Bevölkerung lindern sollten.

1957 wurde ihre Arbeit unterbunden. Trotz feindlicher Positionen setzte sie sich immer wieder gegen Folter, Massaker und Todesstrafe ein. Besonders am Herzen lag ihr die Verständigung zwischen der islamischen und christlichen Kultur.

Auf internationaler Ebene befasste sie sich mit der Situation der Frauen in den armen Ländern der Erde. Einen wesentlichen Faktor zur Verbesserung menschlicher Lebensverhältnisse sieht sie in ihrem Zugang zur Bildung.

Die deutsch-französische Freundschaft ist für sie ein wichtiger Teil des Fundaments der Europäischen Union von heute und morgen.

2004 wurde Germaine Tillion durch den Botschafter der BRD in Frankreich in Paris das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

21. 04.2007

Lüneburger Europagespräch zur Chancengleichheit mit der Referentin Sylvia Flieger, Europa-Büro, Regierungsvertretung Lüneburg, dem Referenten Thomas Mann, Europa-Abgeordneter und Bezirks-Vorsitzender der CDA Taunus-Main-Kreis.

Mai- Juni 2007

Der Kreisverband Harburg-Lüneburg beteiligte sich an der Lüneburger Open-Air-Kunstaktion und ließ die Künstlerin Marianne Heitmann aus Winsen einen Europa-Stint bemalen, der sich mit den Symbolen der Europäischen Union und der Landkreise Harburg und Lüneburg dem künstlerisch gestalteten Stintschwarm in der Lüneburger Innenstadt anschloss und ab Herbst 2007 die Lobby des Kreishauses B in Winsen (Luhe) ziert.

 

14.07.2007

Teilnahme am Tag der offenen Tür der Kreisverwaltung Landkreis Harburg durch Gleichstellungsbeauftragte und 2. Vorsitzende, Irene Dilger, mit einem Info-Stand.

23. und 24.09.2007

Teilnahme mit einem Info-Stand am Job-Treff, einer Berufsinformationsbörse für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer/innen in den Berufsbildenden Schulen in Buchholz, vertreten durch die 2. Vorsitzende und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg.